Eierwahn

•12. November 2009 • Kommentar schreiben

Autos, ja selbst Sportautos, die mit Eiern fahren. Eine ganze Industrie, alle Industrien durch das Ei angetrieben. Hinten kommt noch lecker Rührei heraus. Wir haben es erfunden, doch nun müssen wir uns verstecken. Man sucht nach uns. Zu gefährlich.

Kunst

•10. November 2009 • Kommentar schreiben

Die Kunst sollte nicht noch mehr Putz an der Welt anbringen, sondern diesen ganzen Putz von ihr abreißen.

Vergangene Tage

•7. November 2009 • Kommentar schreiben

Vergangene Tage sind wie die Nadeln eines Baumes. Auch im Winter fallen sie nicht von einem ab. Erst der stürzende Stamm lässt sie verschwinden.

Substanz

•5. November 2009 • Kommentar schreiben

Auf einem Flachdach hoch über der Stadt. Ein Neubau, fast fertig. Sitze und schaue abwechselnd die vielen Stockwerke hinunter und in die Lichter der Stadt. Eine kleine Stadt.

Das Auge sieht es nicht. Die Substanz verschwindet. Alles wird porös, brüchig. Ich beginne zu rutschen. Was ich fasse bricht und zerfällt. Falle fast. Krache in den Innenraum. Wände brechen weg, die Böden knirschen, öffnen sich an vielen Stellen, die Decken werden zu Staub. Zerre mich in diesem Chaos wieder empor. Finde einen festen Fleck. Bin wieder im Offenen. Immer mehr stürzt hinter mir zusammen. Vor mir ein anderes Gebäude. Ob es noch Substanz hat, kann ich nicht sagen. Was bleibt mir. Ich springe über den Abgrund. Lande sicher…

auf einer Ausfallstraße. Hinter jedem Gewerbegebiet. Es ist nass, kalt, dunkel, meine Schuhe sind verschwunden. Ich mache mich mit durchtränkten Socken auf. Immer hin zu den Lichtern der Stadt.

Der alte Hund

•30. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

Der alte Hund trippelte bittend mit seinen Vorderpfoten. Zwischen den langen, hängenden Lefzen ein Ball. Ich soll ihn werfen, doch ich will nicht. Mein Raumschiff „aus der guten alten Zeit“ wartet auf mich. Vorher noch fix in einen Billigsupermarkt – Raumschiffe sind teuer, da bleibt nicht viel übrig – Proviant für die Reise holen.

Der alte Hund klopft fordernd mit seinen Vorderpfoten. „Geh weg!“ „Geh weg!!“ Immer wieder, immer lauter spreche ich. Doch er bleibt, spricht zu mir, ich sei ihm dies schuldig. „Ich kenn dich nicht! Geh weg!“ Ich haste in mein Raumschiff „aus der guten alten Zeit“. Schlage die Tür hinter mir zu. Lasse den alten Hund mit den hängenden Lefzen draußen. Dann eben ohne Proviant fliegen.

Fremde Welten

•28. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

Soll ich mich in die Realitäten der anderen begeben? Was soll ich in deren fremden Welten? Habe ich doch meine eigene und sie ist mir ebenso fremd.

Biest und Skorpion

•12. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

Das Biest kämpft gegen den Skorpion. Unter gläserner Kuppel. Der Stachel will nicht treffen. So zerreißt mit dem Maul das Biest den Skorpion. Frisst ihn. Doch da! Der Bauch des Biestes wölbt sich. Birst. Zu giftig. Selbst für es. Ende des Spektakels.

Zentrifuge

•26. September 2009 • Kommentar schreiben

Wie eine Zentrifuge dreht sich dieses Leben und presst mich an die Wand des Seins, welche mich noch nicht hindurch lässt. Zieht mir den Saft aus dem Fleisch. Reißt Stück für Stück das Leben aus meinem Hier und Jetzt. Bis ich durchs Sieb passe. Nur noch Staub. Nur noch…Nichts.

Sieben Jahre unglückliche Träume

•16. August 2009 • 1 Kommentar

Ich legte meinen Kopf auf einen Spiegel. Er zerbrach.

Hafentour

•20. Juli 2009 • Kommentar schreiben

Diese großen Containerschiffe sind schon beeindruckende Dinger, besonders wenn mein Kumpel Philipp ein solches einparken muss. Da sitze ich hoch auf all den Containern am Bug des Ungetüms und warte, dass es los geht. Eigentlich muss er nicht viel machen. Das Schiff ist schon längs zum Pier ausgerichtet. Nur noch ein Stück nach vorne und alles ist perfekt.

Wie mein Kumpel zu dieser Ehre gekommen ist das Schiff zu steuern, war mir nicht klar. Er – und behüte ich auch nicht – hatte sowas noch nie gemacht. Doch hey! Sanft ein wenig beschleunigen und dann ebenso sanft abbremsen. Nicht mal lenken! Das sollte doch allemal drin sein. weiterlesen ‘Hafentour’